OSM - Workshops | Offener Stammtisch Stuttgart Mitte

BDSM - Eine spielerische Annäherung

Ostern-Workshop 2006
Referent: Felix Ruckert

BDSM ist eine intime Reise, die man gemeinsam unternimmt: eine Reise, die es erlaubt persönliche Schmerz- und Lustmöglichkeiten zu erforschen, die Grenzen von Körper und Verstand zu testen und veränderte Bewusstseinzustände zu erfahren. Immer geht es dabei um einen Umgang mit Macht, der für alle Beteiligten - ob dominant oder submissiv - erotisch stimulierend ist.

Felix Ruckert Felix Ruckert gilt als einer der ungewöhnlichsten und innovativsten Choreographen der deutschen Szene. Es brauchte Jahre, bis sich seine radikalen Neuanfänge und experimentellen szenischen Formen durchsetzten. Inzwischen zählt Felix Ruckert auch international zu den bedeutendsten Choreographen der Gegenwart. Bevor er mit Stücken wie "Hautnah", "Ring", "Deluxe Joy Pilot" und "Secret Service" international bekannt wurde, tanzte er u.a. mit Wanda Golonka, Mathilde Monnier und Pina Bausch. Seit mehreren Jahren beschäftigt er sich mit BDSM und integriert diese Erfahrungen in seine künstlerische Arbeit. 2004 und 2005 initiierte er das BDSM- und Tantra-Event "xplore - sinnliche Extreme / extreme Sinnlichkeit" in Berlin.

Felix Ruckert sieht BDSM als kulturelle Errungenschaft und versucht, dieses Ritual als Kunstform zu erforschen und zu entwickeln. Sein Ansatz ist geprägt von seiner Arbeit mit Körper, Empfindung und Bewegung. Der Workshop beschäftigt sich auf spielerische Weise mit Themen wie Macht und Ohnmacht, Lust und Schmerz, Kontrolle, Verantwortung, Intuition, Grenzerfahrungen, Ekstase, Intimität, Durchlässigkeit, Hingabe und Vertrauen. Felix benutzt tänzerische Elemente wie Komposition in Zeit und Raum, Improvisation mit anatomischen Gegebenheiten und technische Mittel aus Kontaktimprovisation und anderen Partnertechniken. Er arbeitet aber auch mit Instrumenten und Techniken des Sadomasochismus, des Rollenspiels und anderen Ritualen sinnlich-physischer Kommunikation. Bei vielen Übungen wird es darum gehen die eigenen und die Empfindungen des Partners deutlich wahrzunehmen und Vorbehalte und Grenzen klar zu kommunizieren.

Im weiteren Verlauf werden die Teilnehmer ermutigt und angeleitet, mit ihrem eigenen Material und ihren eigenen Vorlieben höchst individuelle Kompositionen und Spielszenen zu gestalten. Der Workshop richtet sich an Personen mit der Reife und Bereitschaft zu intensiven emotionellen und körperlichen Erfahrungen: an BDSM-Anfänger, die einen sicheren und entspannten Rahmen für erste Schritte suchen, aber auch an erfahrene BDSM-Spieler mit Interesse an neuen Ideen und Ansätzen.